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Roskilde 2010 - Gorillaz Konzert PDF Print E-mail
Written by pTr   
Friday, 02 July 2010
gorillaz_180 Ueber das neue und mittlerweile dritte Studio Album ”Plastic Beach” fielen die Kritiken weniger einhellig aus als zu den (zu Recht) gehypten Vorgaengern. Der Charterfolg knuepfte zwar an den des nun bereits fuenf Jahre alten Albums ”Demon Days” an, der erste Eindruck laesst aber doch etwas weniger Hitpotential vermuten. Die Gorillaz, das von Damon Albarn und Jamie Hewlett vor ueber zehn  Jahren gegruendete virtuelle Band-Projekt, wirken noch ein wenig duesterer, melancholischer als gewohnt.

Nichts desto trotz funktioniert der Stilmix aus Pop, HipHop, Soul und elektronischen Elementen auch auf Album Nummer drei gut und in gewohnter Manier haben die vier Comic Bandmitglieder wieder Unterstuetzung von einigen prominenten Gastmusikern erhalten (darunter dieses Mal Snoop Dogg, Lou Reed, De La Soul sowie Mick Jones und Paul Simonon von The Clash).

Wir sind also gespannt was uns erwartet als wir uns am Abend des ersten Festival Tags auf den Weg zur Orange Stage machen. Das Konzert startet mit halbstuendiger Verspaetung doch als es losgeht herrscht auf der Buehne wie im Publikum sofort eine mitreissende Stimmung. Wer dachte, dass es die Gorillaz am Plastic Beach ruhiger angehen lassen, hat sich getaeuscht. Ein beeindruckendes Aufgebot an Musikern fuellt die Buehne: ein Streichorchester unterstuetzt fast alle Songs, zusaetzlich steuern mehrere Blechblaeser und das Hypnotic Brass Ensemble (das am naechsten Tag noch einen eigenen Auftritt bestreiten wird) ihren Teil zu diesem fulminanten Musikmix bei. Teilweise befinden sich bis zu vierzig Musiker auf der Buehne. Waehrend Snoop Dogg fuer die Zuschauer nur auf der Leinwand erscheint, sind die Rapper Kano and Bashy, die Saengerin Fukimi Nagano und weitere Gaststars live dabei. Ueberhaupt stimmt die Mischung aus virtueller Show und live Musikern, die schnellen Videoprojektionen der stylischen Comicband machen  in der Kombination mit der realen Buehnenshow erst richtig Spass. Dementsprechend begeistert wird der Auftritt vom Publikum gefeiert und Damon Albarn bedankt sich dafuer mit den Worten: ”You brought us to life tonight!”

Auch musikalisch ueberzeugt die Band, die Bandbreite, die von basslastigen HipHop Beats bis zu coolen Britpop Riffs reicht, laesst die Hueften schwingen und das Herz hoeher schlagen. Die unterschiedlichen internationalen Einfluesse machen den Eindruck einer fantasievollen Musikutopie perfekt.

Die virtuelle Band der Gorillaz ist einst aus der Kritik an der Musikindustrie heraus entstanden und jetzt,  Jahre spaeter und als etablierte Pop Groesse, stellt sich die Frage was davon bleibt. Nach dem Auftritt glaubt man einen kleinen Eindruck davon erhalten zu haben. Damon Albarn und Jamie Hewlett haben sich inzwischen laengst groesserer Themen angenommen, nicht nur eine Band sondern ein eigenes kleines Universum geschaffen. Und sie geben sich nicht mit der virtuellen Bildhaftigkeit ihrer Weltkritik, dievor allem in einigen Musikvideos ihren Ausdruck findet, zufrieden sondern wollen real gestalten.

Da passt die heutige Meldung der Festivalleitung, dass die Roskilde Festival Charity Society in Kooperation mit den Gorillaz fuenf Charity Organisationen ausgewaehlt hat, denen ein Gesamtwert von 100.000 € gespendet wird.

 
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