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The Noonday Dreams - Shelleyan Cloud PDF Print E-mail
Written by Marek   
Wednesday, 14 April 2010

noonday dreamsDer Grat, er ist schmal. Zwischen Zauber und Zirkus. Wahrscheinlich in jedem ernst zu nehmenden Genre. Für das „NDR2-einfach-mehr-Auswahl-Ohr" kaum wahrnehmbar, entscheidet dennoch der Teufel im Detail, ob du es drauf hast oder nicht: Bist du Outlaw Johnny Cash oder Gartenzwerg Garth Brooks, Kettcar oder Tomte, Slime oder Toxoplasma, Bragg oder Biermann, Dragonforce oder Rhapsody...

 

 

 

 

...bzw. Fury in the Slaughterhouse oder The Noonday Dreams? Wobei das mit dem Detail natürlich nicht stimmt. Selbstredend geht es ums große Ganze: Wenn du insgesamt eine gute Plattensammlung hast, ergo ein ebensolcher Mensch bist, wird deine Band mit erhöhter Wahrscheinlichkeit unpeinlich - auch im Detail.

Die mittelalten Herrschaften der einmal längs durch die Republik verteilt lebenden Noonday Dreams sind gute Menschen. Ansonsten würden sie niemals klingen wie New Model Army, während diese als Mozzer seine Truppe verkleidet beim Poetry-Slam von Nick Cave auflaufen. Um dort aber mal so richtig aufzudrehen. Zwischen flottem Ohrwurm mit betörend tänzelnder Gitarre („Shelleyan Cloud"), Mörderballade („Alaska Murder Ballad") und Polka-Blues mit Schifferklavier („Sinking Slowly") machen und können sie alles. Sogar ´ne Runde auf dem Rodeo-Bullen in der Scheune nebenan wird angedeutet („Shirley"). Angedeutet! Alles natürlich mit Style, also zwar durchaus blitzenden Augen, aber immer schön mit den Mundwinkeln nach unten.

Oder um es nicht ganz so bildlich zu sagen: „The Shelleyan Cloud" spendiert sowohl eiskalte Tropfen der Verzweiflung als auch grellschwarze Blitze der Melancholie und wattige Schwaden der verträumten Schwelgerei und ist somit nichts weniger als das perfekte Rockalbum für Freunde und Freundinnen dieser Gemütszustände. Und deren Freundinnen und Freunde.

Und besser ist das auch. Denn laut Info hatte die Platte eine Inkubationszeit von einer runden Dekade. Da hätten die Kollegen nun ernsthaft nicht mit irgend so ´nem Ganz-nett-Scheiß um die Ecke biegen dürfen.

Also, all ihr qualitätsbewussten guten Menschen mit dem Weltschmerz im Blick, dem Shelley - wohl so etwas wie der Frank Stallone der Literatur - unterm Kissen und der Faust in der Tasche: Versorgt euch mit diesem Kleinod und ihr werdet euch dereinst nicht rechtfertigen müssen...

 

P.S.: Groß. Da verzichte ich doch aus freien Stücken eine Dreiviertelstunde darauf, zur Doublebass angeschrieen zu werden. Was etwas heißen will.

P.P.S.: Könnte ich fremdländisch, ich setzte mich weiterhin mit den vermutlich vielschichtigen Texten der Platte auseinander. Wer will und kann, ergötze sich auch an deren lyrischem Gehalt. Ernsthaft.

 

 

Tracks

 

  1. 1. Shelleyan Cloud
  2. 2. Alaska Murder Ballad
  3. 3. The Awakening
  4. 4. Tell-Tale Bar
  5. 5. Shirley
  6. 6. Flow
  7. 7. Harbour Town
  8. 8. Our Universe
  9. 9. Dawning
  10. 10. Sinking Slowly
 

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Last Updated ( Wednesday, 14 April 2010 )
 
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