Was erwartet man, wenn man von einer Band hört, sie komme aus Dänemark?
Richtig, guten, eher ruhigen Indierock. Was fürs Herz, für die langen
Winterabende; Musik die zu Dämmerlicht und Herbststürmen passt. The Blue
Van erwartet man nicht ...
The Blue Van kommen dennoch aus Dänemark, jenem flachen Stückchen Land
zwischen Norddeutschland und jeder Menge Wasser das bekannt ist für eine
Vielzahl vieler guter Bands. Will man aber ehrlich sein, dann kommen
The Blue Van aus Australien, heißen JET und haben soeben ihr viertes
Album auf den Markt geworfen. Es passt einfach alles: Grandioser Rock,
zusammengeklaut aus so vielen verschiedenen Einflüssen, dass man einfach
glaubt jeden Song schon vorab zu kennen. Und wenn er dann läuft ist
doch alles so wunderbar, so neu, so kraftvoll.
The Blue Van sind
natürlich nicht JET, könnten es aber sein. Man Up ist Garagenrock, der
keiner ist. Ist poppig und rockt kompromisslos, erinnert an das Beste,
das Rockmusik jemals hervorgebracht hat, reisst mit, zwingt förmlich zum
Tanzen und funtkionert prächtig.Sei es nun das erschreckend nach
Franz Ferdinand klingende There goes my Love, das zunächst eher ruhig
angesetzte Lay me down and Die, das fetzige Out of Control - Man Up ist
eine solch prächtige Sammlung von perfekten Rocksongs, dass man sich
eigentlich nur ehrfurchtsvoll hingeben kann.
Nicht nur, dass das
Songwriting erschreckend tadellos ist, auch die Produktion lässt keine
Wünsche offen. Mitreißender kann man Radiotauglichkeit nicht in Rockform
gießen. Nahezu jeder Song hat Hitpotenzial und gehört dem Mainstream
vor den Latz geknallt.Meine Begeisterung verwundert mich selbst,
denn Man Up ist nicht innovativ, kein bißchen experimentell, kein
bißchen mutig im musikalischen Sinne. Eigentlich müsste der
Perfektionismus zum Himmel stinken. Tur er aber nicht. Man Up ist so
perfekt produziert, dass man dem Album nicht einmal Perfektionismus
vorwerfen kann.
Das einzige Problem, das The Blue Van mit ihrem Album
haben dürften, ist die geringe Eigenständigkeit. Hier kommen so viele
Einflüsse zusammen, dass die Masse der Hörer vermutlich so viele Namen
mit der Musik in Verbindung bringen könnte, dass der Name The Blue Van
in der Menge untergeht. Die Songs haben entsprechend schon in einer
Vielzahl von amerikanischen Fernsehserien als Hintergrundbeschallung
gedient. Sie passen perfekt: Sie klingen nach großem Rock aber sind noch
frisch und unverbraucht. Einfach zugänglich, um in der Kürze des
Sendungseinsatzes als gut wahrgenommen zu werden, ohne jedoch die
Aufmerksamkeit des Hörers abzulenken. Das ist schade insoweit, da die
Songs mehr hergeben, als nur einen 30 Sekunden Ausschnitt in CSI oder
Berverly Hills abzugeben.Gut also, dass Man Up am Freitag nun auch
bei uns in die Regale der Musikhändler wandert. Da sollte es nicht
stehen bleiben.
The Blue Van liefern mit Man Up ein Album, dass
kraftvoll, frech, seltsam vertraut und doch ganz frisch und neu klingt.
Wer JET mag, der kann mit den etwas poppiger wirkenden The Blue Van
sicher auch etwas anfangen. Wer Rock an sich mag sicher auch. Man Up ist
ein Spaßgarant, der nicht besser sein könnte.
Veröffentlichung
(für Deutschland) am Freitag den 26. Januar 2010!
Trackliste:
- Be
Home Soon
- Man Up
- Silly Boy
- There Goes my Love
- Lay
Me Down and Die
- The Socialite
- In Love with Myself
- Out
Of Control
- True
- I'm a Man
- Stop Thinking of
Yourself
- Trees That Resemble
- Put my Name in the Sand
Homepage
[youtube]XYTRH_abZsU[/youtube]
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