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Adam Arcuragi - I am become Joy PDF Print E-mail
Written by Benjamin   
Tuesday, 26 January 2010

adam_arcuragi_joy_coverAmericana ist eine seltsame Musikrichtung; genauer gesagt musikgewordenes Klischee von allem, was amerikanisch scheint, und man muss zugeben, Americana klingt nach Amerika (, The United States of). Adam Arcuragi ist per Definition wohl unter Americana abzulegen, wobei mir zugegebener Maßen der Unterschied zum Alternative Country bislang nicht offenbar geworden ist. Wie dem auch sei, I am Become Joy heißt das neue, das dritte Werk des hierzulande nicht einmal bei Wikipedia gelisteten Künstlers aus den Vereinigten Staaten.

Fangen wir zur Abwechslung einmal mit dem an, was das Album alles falsch macht:
Als erstes ist hier die Produktion zu nennen. Oftmals wird die Bedeutung von Produktion völlig falsch eingeschätzt. Es gibt zu viele Künstler, die meinen mit einer ausgefeilten Produktion schlechtes Songwriting vertuschen zu können (Man höre nur einmal Mainstream-Radio) und es gibt die Künstler die glauben, ihre Songs seien so bezaubernd, dass die Qualität der Aufnahme und das Abmischen und ausfeilen der Songs nur unnötig Zeit verbrennt. Willkommen in der Galaxie von Adam Arcuragi, dazu aber später noch mehr.

Bemängeln darf man wohl auch die Vielseitigkeit des Albums, genauer gesagt die fast völlige Abwesenheit von wesentlicher Variation. Alle Songs sind eher moderat im Tempo, klingen irgendwie nach Prärie, Cowboys, Trucking gemischt mit dem Weltschmerz des Grunge. Wie gesagt, Alternative Country oder eben Americana oder wie auch immer man das nennen mag.

Macht Adam A. denn jetzt eigentlich auch was gut? Ja, eindeutig. Trotz mangelnder Produktion, die sich in dünnem Sound und Demotape-Atmosphäre manifestiert schaffen es die Songs tatsächlich, zu berühren. Man weiß, dass es irgendwie gut ist, aber man tut sich leider etwas schwer darin, dass auch durchgehend zu sagen. Warum? Richtig, mangels investierter Arbeit in die Produktion. Die Songs klingen im Kern gut, aber die Schale ist so schrecklich veraltet oder, schlimmer noch, rückwärtsgewandt, dass man sich auch nicht wundern würde, wäre die Aufnahme in den 60ern entstanden. Großes Schade, ehrlich.

Das Fazit fällt schwer. Vielleicht ist Americana einfach nichts für Europäische Lauscher, vielleicht ist das Album einfach nur zu sehr Country oder zu schlecht und überhastet vom Studio auf der CD gelandet; fest steht, der Klang ist ein Abtörner, obwohl die Songs eigentlich gut klingen. Etwas mehr Arbeit reingesteckt, etwas mehr Experimtierfreude und Abwechslung und Adam Arcuragi könnte locker Matt Costa einholen und auf hohem Niveau angenehme Gitarrensongs für schöne Lagerfeuerabende, Sommernächte und andere schöne Momente bereitstellen. So verpufft der gute Ansatz im Songwriting leider ohne großes Aufsehen in den weiten der mittlerweile schier unendlich großen Indiemusik-Prärie.

Veröffentlicht seit 15. Januar 2010!

Trackliste:

  • She Comes to Me
  • Math
  • People and Private Musik
  • Almost Always
  • „Go with them“
  • We Steal Peolpe’s Medicine
  • The Guns that bring the Morning Home
  • Her Festival Song
  • The Long Route 38
  • Lunch in Field Four
  • Bottom of the River

 

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Last Updated ( Tuesday, 26 January 2010 )
 
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