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Vier junge Männer aus Hamburg machen
Musik. Sie bauen dabei zwar auch mal Gebläse oder Elektronik ein, im
Wesentlichen konzentrieren sie sich aber auf die verlässliche Bank
Gitarre/Bass/Schlagzeug/Gesang. Und dennoch: Definitiv ein Fall für das
Feuilleton einer überregionalen Tageszeitung oder die Spex.
Denn musikalisch nimmt das
Quartett nach dem schmissigen Öffner „Schneisen schlagen" eher Tempo raus und
der Gesang erinnert nicht nur von der Phrasierung her bisweilen an Jochen
Distelmeyer. Wobei ich a) eigentlich keine Ahnung von Blumfeld habe und b) mit
der Textexegese noch nicht weit genug fortgeschritten bin, als dass ich
wirklich guten Gewissens von bspw. einem funkelnden Lyrik-Kaleidoskop der
denkenden (Gegen-)Kultur sprechen könnte, das Bilder zwischen Mensch(lichkeit)
und Gesellschaft(lichkeit) in einem fort erschafft und einreißt, aufbaut und
wieder zerstört, erschafft und wieder einreißt...
Allerdings bleibt schon beim
Erst- bzw. Zweitkontakt eine so auffällig hohe Anzahl an - man muss es so
sagen: Aphorismen - hängen, dass
diese bunten Scherben im Grunde das skizzierte Spiegelrohr ergeben müssen. „Weltgeist
ist zu viel für die Verfassung", „sich bloß Verstricken wird zu
Überlebensmythen" und „du wolltest eben zu Hans Dampf ins Exil" seien nur als
schnelle Beispiele aus einem Stück
genannt (Faustlos leben).
Bedeutsam und semantisch flexibel
sind dabei auch und vor allem die Einlassungen im letzten Stück zum Thema
„Inkonsequenz": „Wenn sich von den Leuten niemand selbst daran verletzt, wird
Inkonsequenz nicht immer unterschätzt. All dies ist nicht kritisierbar, okay?
Schau mal an: Nicht kritisierbar."
Mit anderen Worten: „Fakt ist:
Konsequent kritisiert schmerzen niemanden all die geschätzten Leute. Und das
ist okay." Bzw.: „Inkontinenz darf so lange von allen Leuten geschätzt werden,
bis es Verletzte gibt. Aber - okay - das muss jeder selbst herausfinden." Oder
auch: „Verletzen darf man die Leute konsequenterweise immer, nicht jedoch sich
selbst. Und all das ist kritisch - aber okay?" Gottchen, je länger ich drüber
nachdenke, desto duseliger wird mir...
Also mache ich mich mal besser
wieder an den intellektuellen Abstieg und höre mich langsam und gezielt von den
Besseren Zeiten über Bosse und Bernd Begemann bis zu den Bronx Boys runter.
Parallel komme ich sukzessive von der Spex wieder bei der Bild - okay, das geht
zu weit, besser: bei der Morgenpost - an. Und auf dem Klo wartet auch schon die
Plastic Bomb.
Ah, heilige Trias
Saufen/Weiber/Saufen (und Straßengewalt), da bin ich wieder!
„Schlag meinen Kopf auf, doch das
klingt nicht"...
P.S.: Im Grunde ist das hier
schon ganz gut, vielleicht gar aufregend, wenn ich das mal mit der Ignoranz des
Nicht-Musikers gönnerhaft festhalten darf. Ich bin wohl nur neidisch auf Abi,
Studium und den ganzen Kram. Und wahrscheinlich nehmt ihr uns ja eh auf den Arm.
Tracks:
Seite "Wer sich erinnert war nicht dabei":
- 1. Schneisen schlagen
- 2. Inkonsequenz wird nicht immer unterschätzt
Seite "Ahnungen, keine Geschichten":
- 1. Faustlos leben
- 2. Ich ebbe ab (mit Nik du Sky)
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