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Kettcar, Turbostaat und Smoke Blow live am 11.09.2009 in Rendsburg PDF Print E-mail
Written by Christian Bruneß   
Tuesday, 15 September 2009

kettcar4Ein angezündetes Kulturzentrum in Rendsburg bot Anlass für ein einzigartiges Benefizkonzert in der Nordmarkhalle. Kettcar, Turbostaat und Smoke Blow erklärten sich bereit, einen großen Teil ihrer Gage der T-Stube zu überlassen und so einen Wiederaufbau zu ermöglichen. Doch erstmal gab es Musik.

Donnerstagnacht im Kieler Weltruf wurde mir gezeigt, dass das analoge Zeitalter doch noch nicht ganz vorbei zu schein scheint. Die digitale Welt hatte verpasst mir mitzuteilen, dass eine meiner Lieblingsbands Kettcar in unmittelbarer Umgebung ein Konzert geben würden. Ein gutes altes Plakat hat auf seine alten Tage gezeigt, wie die alten analogen Hasen der Werbemedien funktionieren. Wer, Wo, Wann. Kettcar als Band hat mir gereicht, Rendsburg war ich noch nie und morgen klingt gut.

kettcar3Den Anfang in der Nordmarkhalle machte die Flensburger, sagen wir einfach mal Punkband, Turbostaat. Turbostaat ist eine Band, die seit Jahren auf meiner musikalischen to-do Liste steht. Ich habe es nur immer wieder verpennt diese Liste gewissenhaft abzuarbeiten. Ich freute mich also sehr auf das Konzert, vielleicht würde ja heute endlich den Schalter umgelegt werden, denn eins war mir klar: Turbostaat ist eigentlich eine sehr gute Band. Ich höre diese Band nur noch nicht. Und sie waren gut. Sogar sehr gut. Ein leidenschaftlicher Auftritt, der die Livequalitäten der Band eindrucksvoll unter Beweis stellte und jedenfalls erklärte, warum Turbostaat auf 99 von 100 deutschen Festivals anzutreffen sind. Höhepunkt der Show war das relativ bekannte „Harm Rochel“. Der Refrain „Leb' doch mehr wie deine Mutter, leb' bloß nicht wie ich“ wurde lauthals mitgeschrien und überzeugte spätestens jetzt auch die letzten Zuschauer in der ausverkauften Halle.

Smoke Blow waren nie mein Ding. Einfach nicht mein Geschmack. Trotzdem angesehen, denn wenn man schon mal da ist und so. Aber leider wurden meine schlimmsten Befürchtungen war: Smoke Blow lieferten eine Rock-Proleten-Show ab und haben musikalisch nichts, aber auch wirklich gar nichts in mir bewegt. Nach gut der Hälfte widmete ich mich dem Bierstand. Dort gab es mehr Unterhaltung als auf der Bühne.*

 Was kann man zu Kettcar noch sagen? Jeder Auftritt ist ein unverwechselbarer Moment,eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Songs wie „Deiche“ oder „Kein aussen mehr“ trieben der Menge den Schweiß auf die Stirn, Lieder wie „Am Tisch“ oder „48 Stunden“ Tränen in die Augen. Eine gut aufgelegte, sympathische Band, die mit ehrlicher Musik und keinem Machogehabe a la Smoke Blow auskommt. Sänger Marcus Wiebusch erklärte zwischenzeitlich, dass man eigentlich vorhatte unplugged aufzutreten, doch leider sei der Geigen- oder Cellospieler erkrankt, nur deswegen sei man heute wieder so „rock“. Der Sound war leider bei allen Bands nicht sehr gut. Man musste schon sehr weit vorne und mittig vor der Bühne stehen um den Songs halbwegs folgen zu können. Kettcar waren die am deutlich besten abgemischteste Band des Abends. Der normalerweise notorisch nuschelnde Wiebusch war von allen Sängern des Abends der akustisch Verständlichste.

kettcar1
 
Leider konnte ich „Ausgetrunken“ nur auf dem Weg aus der Halle hören, da die letzte Bahn zurück nach Kiel erwischt werden musste. Ich summte leise mit. „Die Haustür hinter dir. Und vor dir der Nachdurst. Dazwischen: Wir...“ und war einfach nur froh, dass es noch Plakate gibt, die mir den Weg zu diesen wunderbaren Konzerten weisen.

 

 

* Ich hoffe ich trete keinem Smoke Blow Fan zu Nahe. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass es von dieser Band richtige Fans gibt. Ach, meine Meinung ist doch egal.

Last Updated ( Tuesday, 15 September 2009 )
 
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